Agile Produktentwicklung

Interessanterweise entstanden Mitte der 80er Jahre nahezu gleichzeitig zwei sehr unterschiedliche und als gegensätzlich erscheinende Prozessmodelle, die Unternehmen zur erfolgreichen Produktentwicklung führen sollen.

Im phasenbasierten Prozess¹ wird das Entwicklungsvorhaben in 5 bis 10 Abschnitte zeitlich unterteilt, die durch Kontroll- und Entscheidungspunkte abgetrennt werden. Die einzelnen Abschnitte werden sequentiell abgearbeitet und an jedem Kontrollpunkt kann über die Fortführung des Projektes neu entscheiden werden. Dies entspricht dem berechtigten Wunsch des Unternehmens neue Produkte nach Kosten und Aufwand genau planbar und zeitgerecht mit einem stringenten Projektmanagement auf den Markt zu bringen.

Parallel hierzu entstand das Konzept agiler, Mitarbeiter-zentrierter und selbst-organisierender Entwicklungsteams², die in einem stark überlappenden und iterativen Prozess (concurrent engineering) vage und sich verändernde Kundenanforderungen sehr schnell in hochinnovative Produkte umsetzen. Viele Produkte mit durchschlagendem Markterfolg wurden auf diese Weise in den letzen beiden Dekaden entwickelt.

Zwischenzeitlich haben sich Agile Methoden insbesondere in der Software-Entwicklung mit großem Erfolg durchgesetzt. Das Ziel Agiler Softwareentwicklung³ ist es, den Softwareentwicklungsprozess flexibler und schlanker zu machen, als das bei den klassischen Vorgehensmodellen der Fall ist. Man möchte sich mehr auf die zu erreichenden Ziele fokussieren und auf technische und soziale Probleme bei der Softwareentwicklung eingehen. Die Agile Softwareentwicklung ist eine Gegenbewegung zu den oft als schwergewichtig und bürokratisch angesehenen traditionellen Softwareentwicklungsprozessen. Agile Werte bilden das Fundament. Agile Prinzipien basieren auf den Agilen Werten und bilden Handlungsgrundsätze. Agile Methoden sind konkrete Verfahren während der Softwareentwicklung, die sich auf die Werte und Prinzipien stützen. Der Agile Prozess ist die Zusammenfassung aller angewandten Methoden.

Natürlich bietet sich die Software-Entwicklung für ein iteratives Vorgehen sehr an, kann man doch mit geringem zusätzlichem Aufwand täglich oder in sehr kurzen Abständen Prototypen erstellen und testen (daily build, test driven development) und so eine deutlicher Erhöhung der Qualität und Flexibilität erreichen.

Für die klassische Produktentwicklung gibt es keinen Königsweg der Methoden. Zu vielfältig sind die Anforderungen der einzelnen Märkte, Produkte  und Unternehmen, die Marktbedingungen und die regulatorischen Anforderungen, so daß jeweils eine abgestimmte Vorgehensweise entwickelt werden muß.  Festzustellen ist jedoch, daß in vielen technischen Bereichen die Entwicklung in bezug auf Funktions- und Leistungsmerkmale nicht linear, sondern exponentiell fortschreitet, so daß eine Agile Produktentwicklung viele Vorteile bietet. Dabei lassen sich Komponenten aus beiden Vorgehensmodellen je nach Anforderung sehr vorteilhaft kombinieren.

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¹R.G. Cooper, “Winning on New Products”, Kogan Page, 1988
²H. Takeeuchi, I. Nonaka; „The New Product Development Game“; Harvard Business Review 1986
³Wikipedia; Agile Softwareentwicklung

Engineering-Consult Dr. Richter hilft ihnen dabei, ihren Entwicklungsprozess ganzheitlich zu optimieren und die geeigneten Methoden zu implementieren.

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